Mein Trost für kommende Fußball-Nationalfahnen-Meere und Bundestagswahlen ist, dass schon vor langer Zeit Leute was Treffendes dazu gesagt haben:

„Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft, weil sie hier mit der Illusion, über die Nationalität und über alle wirklichen Interessen erhaben zu sein, denjenigen Nationalitäten entgegengehalten wird, die ihre nationale Borniertheit und ihr Beruhen auf wirklichen Interessen offen eingestehen.“
(Friedrich Engels & Karl Marx: Die deutsche Ideologie)

Bloß wenn man dann weiterliest, deprimiert’s einen wieder:

Übrigens findet sich unter allen Völkern das Beharren auf der Nationalität nur noch bei den Bourgeois und ihren Schriftstellern.

Das hat sich, falls es jemals wahr war, definitiv geändert. Na toll. Seit ich geboren wurde, werde ich mit der Phantasie einer nationalen Identität bombardiert, also einem angeblichen gemeinsamen Interesse vertikal durch alle Klassen in einem Staat. Gegen Leute von woanders. Und das fruchtet. Der aufrührerische Gedanke einer Klassenidentität, also einem gemeinsamen Interesse gegen Ausbeutung horizontal über dämliche Grenzen hinweg, wird so in Schach gehalten. Sieht man in den letzten Jahren mal wieder all zu deutlich. Puh.

Ach, nächster Trost: Dann ist das halt jetzt mal wieder ein historischer Tiefpunkt, es gibt immer noch Milliarden Leute, die nicht auf diesen tödlichen Nonsens reinfallen, und wenn wir nur ernsthaft genug dagegen arbeiten, geht’s von nun an wieder bergauf. Hoffentlich.

 
So dreist zocken Nerv-Ideologen mit der Teile-und-Herrsche-Masche ab

Titel-Schlagzeile heute in der Bild-Zeitung: „So dreist zocken Nerv-Bettler mit der Gehörlos-Masche ab“. Gibt wirklich nichts Wichtigeres, als regelmäßig Ausgebeutete gegen Arme aufzuwiegeln, wenn man als Elite seine Ruhe haben will. Wie läuft das eigentlich bei der Bild-Zeitung (und allen anderen bürgerlichen Medien): Sitzt da in der Redaktionskonferenz der Chef vom Dienst und sagt, heute … [ganzen Artikel lesen]

 
Smash Tourism?

In Kreuzberg finden sich in letzter Zeit immer mehr Aufkleber und Schriftzüge, die „Kein Herz für Touris“, „Smash Tourism“ oder „A.T.A.B“ (was ich mal als „all tourists are bastards“ interpretiere) verkünden. Hier hat es beispielsweise die Eingangsspeisekarten eines indischen Restaurants getroffen: Ich halte das für einen klassischen Fall von Teile und Herrsche. Eine vermutlich irgendwie … [ganzen Artikel lesen]

 
Zapatistas versus Teile & Herrsche

Im Vorfeld des zapatistischen Aufstands vom 1. Januar 1994 versuchte die mexikanische Zentralregierung in den 70er und 80er Jahren, den wachsenden Widerstand im Bundesstaat Chiapas durch geschicktes teile und herrsche auszubremsen. Torben Ehlers schreibt: „Auf zweierlei Weise wurde von der „Familia Chiapaneca“ (herrschende Elite) auf die Oppositionsbewegungen reagiert: zum einen mit der Mobilisierung von Entwicklungsgeldern … [ganzen Artikel lesen]

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