Die Marktwirtschaft kommt uns ziemlich stabil vor. „Stabil“ wie eine Kugel, die im Tal liegt, oder die von Gummibändern aus verschiedenen Richtungen gehalten wird: Auch, wenn man sie ein bisschen bewegt, wird sie wieder in die Mitte gezogen.

Wer die Marktwirtschaft (und insbesondere den Kapitalismus) nicht mag, zieht und zerrt an der Kugel – sie flutscht aber immer wieder in die Ausgangslage zurück. So kommt es uns zumindest vor.

Die gute Nachricht: Ich bin überzeugt, dass es mit dem Wirtschaftssystem nicht so ist wie mit den Gummibändern. Da gibt es nur einen stabilen Zustand. Außer, man zerschneidet die Bänder, aber das Ergebnis wird irgendwie nicht schöner dadurch. Margaret Thatcher glaubte das vielleicht wirklich: „There is no alternative.“ Die Marktwirtschaft sei vielleicht nicht optimal, aber sie sei die einzige stabile Möglichkeit.

Ich glaube, es ist eher wie mit der Kugel im Tal: Wir müssen unser Wirtschaftssystem nur mit vereinten Kräften über den Berg schieben, so dass es ins nächste Tal (z. B. zur Partizipativen Ökonomie) rollen kann. Und was noch toller ist: Es reicht sogar schon der Pass über den Bergkamm – wir müssen nicht über den Gipfel. :o)

(In Wirklichkeit ist die Marktwirtschaft übrigens auf Dauer auch ohne unser Zutun nicht stabil. Das erfahren wir bei den regelmäßigen systembedingten Krisen des Kapitalismus, das erfahren wir mit Klimakatastrophe und den Grenzen des Wachstums, das erfahren wir mit jedem Krieg und jeder Hungersnot. Leider bringt uns diese Instabilität aber ohne das Wirken starker emanzipatorischer Bewegungen nicht weiter den Berg hinauf in Richtung einer besseren Alternative – im Gegenteil.)

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